Resolution - Zum Thema Evaluation

Resolution der 64. Konferenz der deutschsprachigen Mathematikfachschaften (KoMa)

Augsburg, 1. Juni 2009

Die KoMa hält die Evaluation der Lehrveranstaltungen für unverzichtbar. Diese muss in einen umfassenden Qualitätsentwicklungsprozess eingebettet sein. Ihm muss ein gemeinsames Verständnis des Begriffs “Qualität der Lehre” im Fachbereich zu Grunde liegen.

Unter Evaluation sind anonyme Befragungen eines repräsentativen Anteils der Teilnehmenden der Veranstaltung zu verstehen. Davon ist keine Veranstaltung ausgenommen, sofern die Anonymität der Befragten gewährleistet bleibt. Kriterien hierfür sind durch die Studierendenvertretung des Fachbereichs klar festzulegen. Der Aufwand für die zu Befragenden sowie die Beeinträchtigung der Lehrveranstaltung sind gering zu halten; weder Vorlesungs- noch Pausenzeiten sind zu stark zu beschneiden. Jedoch muss ein umfassendes Bild der Lehrqualität erzielt werden können.

Die Integrität der Evaluation darf nicht durch Einflussnahme der Lehrenden gefährdet werden. Der Prozess der Auswertung muss für alle Fachbereichsmitglieder [1] transparent geschehen und die Ergebnisse zur Information dieser fachbereichsweit veröffentlicht werden.

Eine Lehrevaluation ist eine Maßnahme zur Erfassung des gegenwärtigen Zustands der Qualität der Lehre, auf welche jeder Fachbereich Wert legen muss. Deshalb sind Konsequenzen aus den Resultaten zu ziehen. Beispielsweise durch Lehrpreise können zusätzliche Anreize zum Erreichen und Einhalten hoher Qualitätsstandards geschaffen werden. Vorschläge für eine solche Auszeichnung können aus den Umfragen hervorgehen.

Kein Fachbereich darf schlechte Lehre dulden.Lehrende sind dazu aufgefordert, sich mit ihren Resultaten unter Einbeziehung der Veranstaltungsteilnehmenden kritisch auseinanderzusetzen. Auf Anfrage sind Besprechungen mit Lehrenden, Studierendenvertretung, Veranstaltungsteilnehmenden und Verantwortlichen des Fachbereichs zur Analyse der Resultate durchzuführen. Diese dienen dem Zweck, Problemlösungen für gegebenenfalls vorhandene Missstände zu erarbeiten.

Die Umsetzung des Obenstehendenbietet Studierenden eine Plattform zur Äußerung differenzierter sowie konstruktiver Kritik. Diese gibt ihren Mitstudierenden zusätzliche Informationen für die Planung des Studiums.

Die Evaluation hilft dem Lehrenden seine Lehrveranstaltung besser zu reflektieren und somit die Qualität der eigenen Lehre kontinuierlich zu verbessern.

Zugleich wird eine Steigerung der Lehrqualität des gesamten Fachbereiches erreicht, wodurch eine positive Wirkung auf seine Reputation erzielt werden kann.

[1] Hiermit sind explizit Mitarbeitende und Studierende des Fachbereichs gemeint.